Eisen

Fleisch mit hohen EisengehaltDer Mineralstoff ist in seiner biologisch aktiven Form ein Spurenelement, das an einer Vielzahl elementarer Stoffwechselprozesse beteiligt ist. Im Tierreich ist es als Zentralatom des Hämoglobins, des Myoglobins und verschiedener Cytochrome essentiell für die Blutbildung und den Sauerstofftransport zuständig. Im Pflanzenreich sorgt es als Cofaktor bei der Chlorophyllbildung und damit bei der Photo- und Kohlehydratsynthese für einen reibungslosen Ablauf. Eisenatome sind außerdem Komplexbildner, sogenannte Eisen-Schwefel-Cluster garantieren zum Beispiel in etlichen Enzymen der Atmungskette einen hocheffizienten Elektronentransfer.

Unterversorgung des Mineralstoffs kann schwere Mangelzustände verursachen
Erwachsene Menschen beherbergen in ihren Blutzellen, im Muskeleiweiß und in verschiedenen Depots 4 bis 5 Gramm des Schwermetalls. Der Tagesbedarf liegt bei etwa 10 Milligramm. Dieser Richtwert kann sich verändern, wenn Krankheiten, Verletzungen oder – bei Frauen - der Monatszyklus oder eine Geburt einen Blutverlust verursachen. Mütter verlieren zum Beispiel bei der Geburt eines Kindes rund 1 Gramm ihres Eisenvorrats. In diesem wie in anderen Fällen wird eine Nahrungsergänzung empfohlen. Denn beim Menschen provoziert eine Unterversorgung schwere Mangelzustände, die sich unter anderem in einer Anämie mit erhöhter Infektanfälligkeit, chronischer Müdigkeit und in entzündlichen Hautveränderungen äußern können.

Nahrungsergänzungsmittel bei Eisenmangel sind mit Vorsicht zu geniessen
Als Nahrungsergänzungsmittel ist der Mineralstoff nicht ganz unproblematisch, denn zu hohe Eisenwerte belasten den Organismus. Das hängt nach neueren Untersuchungen vor allem damit zusammen, dass überschüssige Eisenionen die Bildung von Radikalen provozieren, die die roten Blutkörperchen und andere Zellen angreifen können. Dadurch erhöht sich im Einzelfall das Risiko einer Tumorbildung. Auch das Herz und die Leber können in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn der Bluteisenspiegel einen bestimmten Grenzwert dauerhaft übersteigt. Es empfiehlt sich deshalb, den entsprechenden Blutwert regelmäßig vom Arzt testen zu lassen und die Substitution am tatsächlichen Bedarf auszurichten.

Eisenaufnahme durch eisenhaltige Lebensmittel
Spinat enthält besonders viel Eisen.Eine Faustregel besagt, dass Menschen, die sich ausgewogen vollwertig ernähren, täglich 10 bis 20 Milligramm Eisen mit der Nahrung aufnehmen. Fleisch, Spinat, Hülsenfrüchte und Leber enthalten besonders viel Eisen, aber auch Vollkornbrot versorgt den menschlichen Organismus im Normalfall ausreichend mit dem essentiellen Spurenelement. Aufgenommen werden die Eisenionen vor allem im oberen Dünndarm. Allerdings verdaut der menschliche Intestinaltrakt bedarfsgerecht nur eine kleine Menge der zur Verfügung stehenden Stoffmenge. Der Rest verbleibt im Darm und wird über den Stuhl ausgeschieden, wodurch es gelegentlich zu Obstipationen kommt.

Ausschlaggebend für eine optimale Eisenaufnahme aus der Nahrung ist die Oxidationsstufe. Eisen (III)-Ionen passieren die Darmschleimhaut deutlich langsamer als Eisen (II)-Ionen, Reduktionsmittel wie das Vitamin C, die die dreiwertige Form aus der Nahrung in zweiwertiges Eisen überführen, verbessern deshalb die Resorption. Handelsübliche Eisen Präparate enthalten häufig schon die zweiwertige Stufe, die im Falle eines Eisenmangels mit einer Resorptionsquote von etwa 20 % aktiv in den Blutkreislauf überführt wird.

Infoblätter des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zum Thema Eisen in Nahrungsergänzungsmitteln:
Verwendung von Eisen in Nahrungsergänzungsmitteln und zur Anreicherung von Lebensmitteln
Zufuhr von Eisen durch Nahrungsergänzungsmittel

Fotos: riesenrat / photocase.com; Dieter Kaiser / pixelio.de

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