OPC

OPC TraubenkerneOPC bezeichnet als Kürzel die sogenannten oligomeren Proanthocyanidine oder Procyanidine. Die OPC gehören zur Substanzklasse der Flavonoide, das sind Polyphenole, die als sekundäre Stoffwechselprodukte im Lebenszyklus von Pflanzen eine entscheidende Rolle spielen. Oligomere Proanthocyanidine sorgen zum Beispiel im Blattgewebe dafür, dass die Photosyntheseaktivität nicht durch zu hohe Lichtintensitäten unterbrochen wird. Als natürlicher Sunblocker tragen sie unter anderem dazu bei, dass gefährliche Lichtqualitäten – das sind vor allem Ultraviolett A und B – die Zellstrukturen nicht angreifen können. In Wurzeln und Stängeln vermitteln OPC darüber hinaus in vielen Arten einen Fraßschutz, denn Insekten und andere Fressfeinde mögen die zum Teil giftigen Substanzen nicht.

Nützliche Dienste durch Procyanidine

Entdeckt und charakterisiert wurden die OPC erstmals 1948, und zwar von dem französischen Wissenschaftler Jack Masquelier, der sich für die Inhaltsstoffe roter Erdnusshäutchen interessierte. Ihm gelang die Isolierung einer farblosen Substanz, die sich später im Tierversuch als potentes Venentherapeutikum präsentierte. Im Folgenden stellte sich heraus, dass die Procyanidine dem Menschen offenbar schon lange vor ihrer Entdeckung nützliche Dienste leisteten. Die sekundären Pflanzenstoffe ließen sich nämlich in etlichen Grundnahrungsmitteln, zum Beispiel in Äpfeln und roten Trauben, nachweisen. Besonders ergiebig ließen sich die OPC aus Traubenkernmehl extrahieren. Die meisten Nahrungsergänzungsmittel, die oligomere Procyanidine enthalten, werden heute deshalb auf der Basis eines Traubenkernextrakts hergestellt.

Im Labor zeigen die oligomeren Proanthocyanidine eine Reihe bemerkenswerter Eigenschaften, die ganz ihrer natürlichen Funktion im Pflanzengewebe entsprechen. So wirken Flavonoide bzw. Polyphenole aufgrund ihrer chemischen Struktur häufig als Radikalfänger, die hochreaktive Sauerstoffspezies gezielt abfangen und gleichsam entschärfen können. Sogenannte Antioxidantien spielen auch im menschlichen Organismus eine Rolle, und zwar immer dann, wenn im Stoffwechselgeschehen überschüssige Elektronen anfallen, die Proteine, Fettsäuren und vor allem die Erbsubstanz angreifen können. Diskutiert werden in diesem Zusammenhang auch physiologische Eigenschaften, die im Tierversuch scheinbar die Bildung von Tumoren hemmen.

OPC Kapseln & Co: Gefragt wie nie

In Kombination mit anderen Radikalfängern, zu denen unter anderem die Vitamine A, C und E gehören, verhalten sich die OPC synergistisch, das heißt, die einzelnen Wirkstoffe verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Auf dieses Phänomen setzen etliche Markenhersteller, die OPC-haltige Nahungsergänzungsmittel zum Beispiel mit Ascorbinsäure anreichern. Angeboten werde heute OPC Kapseln, Brausetabletten und Granulatpulver, die sich individuell dosieren lassen. Die empfohlene Tagesdosis liegt nach der Einschätzung von Experten bei 50 bis 100 Milligramm, das entspricht je nach Präparat der Einnahme von 1 bis 2 Kapseln täglich. Wer keinen erhöhten Bedarf hat und sich seine oligomeren Proanthocyanidine lieber genussbetont zuführen möchte, darf sich nach alter Väter Sitte aber auch gerne an einen guten Rotwein oder an eine Korb taufrischer Äpfel halten.


Foto: Matthis Dierkes / photocase.com

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