Grüner Tee
Hinter dem Begriff Grüner Tee verbirgt sich keine eigene Teesorte, der Name bezeichnet vielmehr eine Herstellungsart. Grüner Tee ist im Gegensatz zu schwarzem Tee nämlich nicht fermentiert, das heißt, die Teeblätter werden nicht mithilfe von Mikroorganismen umgesetzt, sondern lediglich erhitzt, geröstet oder gedämpft, um sie haltbar zu machen. Verarbeitet wird für die Bereitung von grünem Tee meist Camellia sinensis. Diese Teeart hat kleinere, zartgliedrigere Blätter als ihre Artverwandte Camellia assamica, die für die Herstellung von schwarzem Tee in der Regel den Vorzug erhält. Entstanden ist diese Form der Haltbarmachung im 6. Jahrhundert v. Chr. in China. Erst im 16. und 17. Jahrhundert n.Chr. fand der grüne Tee seinen Weg in die Teekessel Europas.
Teekenner schätzen den grünen Tee heute wegen der schonenden Herstellung, die dafür sorgt, dass eine Reihe wertvoller Polyphenole im Blattgewebe erhalten bleiben. Bei der Fermentation gehen diese Inhaltstoffe nämlich zum Teil verloren, enzymatische Prozesse bedingen zum Beispiel den oxidativen Abbau von Koffein und Catechinen, die für die gesundheitsfördernden Auswirkungen verschiedener Teezubereitungen verantwortlich zeichnen. Entsprechend hoch ist die antioxidative Kapazität einzuschätzen, die sich hinter der Darreichungsform Grüner Tee verbirgt. Im Schnitt kann grüner Tee etwa sechsmal mehr hochreaktive Spezies – zum Beispiel freie Sauerstoffradikale – abpuffern als eine vergleichbare Menge schwarzer Tee.
Darüber hinaus enthält grüner Tee auch deutlich mehr Gerbstoffe als schwarzer Tee. Die sogenannten Tannine dienen der Pflanze in der Natur als Fraßschutz, als Reinsubstanzen wirken sie adstringierend und vermitteln einen herben Geschmack. Grüner Tee schmeckt deshalb auch etwas kräftiger als sein fermentiertes Pendant. Für den typischen Geschmack sorgen außerdem etliche Aminosäuren, die bis zu 6 Prozent der Trockenmasse eines Grüntees ausmachen können. Der bekannteste Vertreter dieser Substanzklasse ist das Theanin, das im Gegensatz zum Koffein eher beruhigend wirkt. Daneben punktet grüner Tee mit einer Reihe von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, die sich insgesamt wohltuend auf den Stoffwechsel auswirken können.
Grüner Tee ist damit eines der ältesten Genuss- und Nahrungsergänzungsmittel der Welt. Eine Viehzahl chinesischer, japanischer und indischer Anbauvarietäten sind im Handel erhältlich. Wie die Schwarzteesorten hört auch der grüne Tee dabei auf blumige Namen wie Aracha und Kabusecha (japanisch), Chun Mee und Sencha (chinesisch) oder Nilgiri und Darjeeling (indisch). Genießer beschreiben Bouquet und Geschmack der chinesischen Teesorten als kräftig-herb mit einer blumigen Note, japanischer grüner Tee versüßt dem Verbraucher den Tag dagegen eher mit einer frischen Geschmacksvariante, die an den natürlichen Lebensraum grüner Pflanzen und an frisch geschnittene Gräser erinnert.
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interessant zu wissen wäre,ob man den grünen tee mit einer prise natron noch intensiver machen kann