Vinpocetin

Die Pflanze Immergrün enthält VinpocetinVinpocetin ist ein halbsynthetisches Alkaloidderivat, dessen Vorläufer Vincamin aus dem Samen und aus dem Kraut des Immergrüns gewonnen wird. Alkaloide spielen als sekundäre Pflanzenstoffe in der Natur eine wichtige Rolle, denn sie schützen als hochwirksame Stoffwechselaktivatoren oder -blockierer ihre Erzeuger vor allzu gierigen Fressfeinden. Vinpocetin wurde unter der chemischen Bezeichnung Ethylapovincaminoat Ende der 1960er Jahre erstmals aus dem Hauptalkaloid des Kleinen Immergrüns synthetisiert und kam 1978 unter anderem in Deutschland, Japan und in Russland auf den Markt. Aktuell erfährt der ursprünglich als neuroprotektiv eingestufte Wirkstoff in verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln eine Renaissance.

Vinpocetin und seine Geschichte
Vinca major, Vinca minor und Vinca herbacea – so die wissenschaftlichen Namen der entsprechenden Stammpflanzen – sind in unseren Breiten als Bodendecker in Garten- und Grünanlagen sehr beliebt. Die immergrünen Stauden bzw. Halbsträucher besiedeln flächendeckend selbst nährstoffarme Böden und blühen unter guten Bedingungen pro Saison mehrmals blau oder violett. Traditionell dient das Immergrün dem Menschen schon seit Jahrhunderten als Basis tonisierender Arzneizubereitungen, die bei einer Vielzahl verschiedener Krankheitsbilder eingesetzt werden. Die Volksmedizin verordnete Vincamin-haltige Drogen bis ins letzte Jahrhundert hinein bei Altersmüdigkeit, Schwäche, bei Entzündungen im Mundbereich und bei besonders heftigen Regelblutungen.

Später entdeckte die Pharmakokinetik das Vincamin und im Folgenden auch das Vinpocetin als potentes Mittel zur Behandlung der Altersdemenz. Beide Substanzen verbessern experimentell die Hirndurchblutung und die Sauerstoffaufnahme im Gehirn. Insgesamt deuten verschiedene Untersuchungsergebnisse auch darauf hin, dass Immergrünzubereitungen einen Einfluss auf den Energiestoffwechsel im Gehirn haben. Kein Wunder also, dass frühere Generationen den leicht zugänglichen Grundstoff für die Vinpocetin Gewinnung als Universal-Heilmittel bei chronischen Gedächtnisstörungen, mentaler Müdigkeit und cerebralen Altersgebrechen einsetzten.
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Achtung bei der Dosierung von Vinpocetin
Im Gebrauch als Nahrungsergänzungsmittel ist es sehr sicher, nur wenige Studien dokumentieren vereinzelt flüchtige allergische Reaktionen der Haut und leichte Verdauungsbeschwerden. Selbst die Einnahme höherer Dosen – zum Beispiel dreimal täglich 20 Milligramm – zeigte im Experiment keine nennenswerten Begleiterscheinungen, die unerwünscht sind. Moderne Nahrungsergänzungsmittel enthalten Vinpocetin in der Regel in einer Konzentration von 10 oder 15 Milligramm pro Tablette oder Kapsel. In dieser Dosierung kann der Wirkstoff einmal täglich unbedenklich eingesetzt werden. Vorsicht ist lediglich dann geboten, wenn ärztlicherseits blutverdünnende Mittel verordnet werden. Vinpocetin drosselt nämlich wie etliche andere Alkaloide auch die Thrombozytenaggreagtion, das heißt, die Blutgerinnung kann unter dem Einfluss von Vinpocetin leicht gehemmt sein. Im Zusammenhang mit einer korrekten Dosierung ist außerdem zu beachten, dass Vinpocetin während einer Mahlzeit besser aufgenommen wird als in nüchternem Zustand. Die Resorptionsquote kann sich bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme auf bis zu 100 Prozent erhöhen.

Foto: Joujou / pixelio.de

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